Dec 10, 2011

Viña Chillán, November/noviembre

Seit gut einem Monat bin ich auf der Viña. Seit gut einem Monat arbeite ich Tag für Tag 8 Stunden bei mindestens 30 Grad im Schatten auf dem Feld, stehe morgens um 6:30 auf und das auch an Samstagen. Gott, es wird einem ja oft gesagt, aber die Welt des einfachen Arbeiters ist ja tatsächlich so scheiße einseitig. Aber trotz all dem Alltag unter dem Kommando eines Schweizer Schreihalses mit dem Gehirn eines 15-jährigen lerne ich auch, die kleinen Dinge mehr zu genießen. Ich verdränge sorgfältig die Zeit bis um 5 Uhr nachmittags und atme danach regelrecht auf. Danach dusche ich mir die Pestizide runter und setze mich auf die Terrasse, um Tag für Tag auf meinem Baby den Song "Wish You Were Here" von Pink Floyd zu üben. Die Gitarre hab ich mir vor ca 3 Wochen gekauft, und ich mache inzwischen echt Fortschritte. :) (Bis Mai hab ich das perfekt drauf, ganz sicher.)



Über meine Unterkunft kann ich wirklich nicht klagen, verglichen mit den meisten Behausungen hier im Umkreis lebe ich mit meinem Zimmerchen und der Terrasse in einem Palast. Ich habe ein großes Bett und fließendes Wasser, mit etwas Glück sogar warmes. Das Essen ist essbar, auch wenn ich seit gut 2 Wochen auf Reisdiät bin. :x
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich so viel "Komfort" nicht die ganze Reise über haben werde; deswegen nutze ich die Zeit und die Ruhe, die ich Nachmittags habe, um tief in mir selbst zu graben, all die tiefschwarzen Gedanken, die man besser nicht denken sollte und all die festgesetzte Scheiße auszukratzen und wieder ein bisschen Luft zu machen, um neue Dinge zu lernen und die alten Fehler auszubessern. Als würde man endlich mal die viel zu volle Wohnung ausräumen, um das ganze in ein Designerstück zu verwandeln.

Und ich lerne, Lektion für Lektion kritisiere ich an mir selber, wiederhole mir Dogmen - bis mein Bewusstsein zu einem bewussten Sein wird. Versteht, was es heißt, Verantwortung zu haben. Geduldig zu sein. Willenskraft zu zeigen. Vertrauen zu haben, Vertrauen vorallem in meinen Weg.
Noch bin ich nicht am Ziel, aber die Kreuzung habe ich hinter mich gebracht und jetzt geht es nur noch darum, den Weg Schritt für Schritt bis ganz zum Ende durchzuhalten.
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Llevo un mes en la viña. Llevo un mes trabajando 8 horas día a día en el campo, sudando a 30° en la sombra, llevantandome a las 6:30 por la mañana - los sabados también. Dios, me lo han dicho mil veces, pero la vida del simple trabajador de verdad es así de aburrida y repetitiva.
Pero a pesar de toda esa vida cotidiana bajo el mando de un gritón suizo con el cerebro de un niño de 15 años estoy aprendiendo mucho a valorar las cosas pequeñas. Desplazando acuradamente las horas hasta las 5 de la tarde, tomo un verdadero respiro después del curro. Me quito las pesticidas de encima en la ducha, me siento en mi terraza para seguir tocando todos los días la de "Wish You Were Here" de Pink Floyd en mi bebé.
La guitarra me la compré hace como 3 semanas, y voy mejorando cada vez mas. :)
(Hasta mayo voy a ser un puto Hendrix, estoy seguro.)

De mi alojamiento no me puedo quejar de verdad. Comparado con la mayoría de las casas del alrededor de aquí estoy viviendo en un palacio con mi cuartito y mi terraza. Tengo una cama grande y agua corriente (con mucha suerte caliente encima!). La comida es... comestible, aunque llevo casi dos semanas comiendo arroz. Arroz, arroz, arrrrrroz y si le da la vena a la cocinera también me sirven arroz. Con pollo. :]
Estoy bastante seguro de que tanto "confort" no voy a tener en todo el viaje, así que estoy tratando de usar la tranquilidad y el tiempo por la tarde para excavar profundamente en mi mismo y sacar toda la mierda y todos esos pensamientos del pequeño diabolito en tu hombro. Hacer un poco de espacio para ventilar y mejorar mis mañas y vicios. Como tirar toda la basura de tu piso sobrecargado y transformarlo en una pieza de diseño.

Aprendo. Lección por lección criticandome a mi mismo, repitiendome dogmas otra y otra vez. Hasta que mi consciencia se convierte en pensar conscientemente. Hasta entender que significa tener responsabilidad. Tener paciencia. Mostrar fuerza de voluntad. Confiar. Sobre todo confiar en mi propio camino.
Todavía no estoy allí, pero el cruce ya lo dejé atrás y ahora todo es por aguantar. Paso a paso hasta llegar a donde yo quiero.

1 comment:

  1. Da bist du nun verschollen in der Welt der Arbeit und dennoch so nah am Leben wie wie nie zuvor. Gut zu sehen wie du dich enwickelst und alles seinen Lauf nimmt.
    Wie schon Seneca so schön sagte
    " Anstregnung ist für edle Geister eine Stärkung "
    In diesem Sinne weiter so es macht Spaß dir zu zu sehen

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